Ressourcen für empirische Methoden

Interdependenzanalyse

entscheidbaum


1. Reduktion der Variablen – Faktoranalyse
2. Gruppierung der Objekte – Clusteranalyse

Die erste Frage, die vor dem Start eines Forschungsprojektes gestellt werden muss, ist die Art der Fragestellung. Die Methoden lassen sich in zwei Arten der Analyse aufteilen: Dependenzanalysen > und Interdependenzanalysen.

Interpendenzanalysen werden angewendet, um Strukturen zu entdecken. Meist wird hierzu eine grosse Anzahl von Variablen erhoben oder eine grosse Anzahl von Personen gefragt. Die grosse Menge an Daten wird dann zu Gruppen oder Faktoren zusammengefasst. Dabei gibt es zwei Arten von Verfahren:

Eine Faktoranalyse > wird angewendet, wenn eine grosse Anzahl an Variablen zu wenigen so genannten Faktoren zusammengefasst werden soll. Bei einer Clusteranalyse > werden Objekte oder Merkmalsträger aufgrund ihrer Eigenschaften zu wenigen Gruppen zusammengefasst.

Bei einer explorativen Analyse wird keine Struktur der Daten vorausgesagt, bei einer konfirma-torischen Analyse hingegen soll eine angenommene Struktur bestätigt werden.

1. Reduktion der Variablen – Faktoranalyse

Bei einer explorativen Faktoranalyse werden viele Variablen zu einem bestimmten Thema erhoben, welche dann mit Hilfe der Faktoranalyse zu wenigen Faktoren zusammengefasst wer-den. Anders als bei Verfahren der Dependenzanalysen gibt es keine Hypothesen, die geprüft werden sollen. Zwar gibt es meist eine Vermutung, wie die Struktur aussehen könnte, so dass anhand dieser Vermutung auch die Variablen erhoben werden können, es gibt aber auch Unter-suchungen, in denen ganz ohne Vorkenntnis Strukturen entdeckt werden. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Entdeckung der Big-Five-Persönlichkeitsstruktur.

Ziel einer Faktoranalyse ist die Zusammenfassung und Reduktion von vielen Variablen zu weni-gen Faktoren. Folgendes Beispiel könnte mit einer Faktoranalyse untersucht werden:

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Hier soll untersucht werden, ob die sechs Variablen, die einen Einfluss auf die Schulnoten haben, zu weniger Faktoren zusammengefasst werden können. Die Struktur ist dabei anfangs unbe-kannt, es könnte auch nur ein Faktor oder mehr als 2 Faktoren bei der Analyse entdeckt werden. > Faktoranalyse

2. Gruppierung der Objekte – Clusteranalyse

Mit einer Clusteranalyse soll eine grosse Anzahl von Merkmalsträgern oder Objekten zu wenigen Gruppen zusammengefasst werden. Dabei soll zwischen den Gruppen möglichst wenig Ähn-lichkeit bestehen. So könnten beispielsweise alle Studenten einer Universität anhand ihrer Erfah-rung mit Computern, welche mit verschiedenen Variablen erfasst wird, in Gruppen eingeteilt werden. So könnte die Universität Computerkurse anbieten, die den Bedürfnissen der jeweiligen Gruppe entsprechen:

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Die Anzahl der Gruppen wird bei einer Clusteranalyse nicht im Voraus festgelegt, sondern erst anhand der Analyse ausgewählt.
> Clusteranalyse